Datum: 31.07.1944, VOW ID 6300
Einsatzort: Normandy
Bericht: Genosse Griffin

 

Heute ist es endlich wieder so weit! Nach meinen ersten 3 Fronteinsätzen in diesem Geschwader bin ich heute nun endlich wieder soweit. Mein letzter Fronteinsatz liegt nun fast 1 Jahr zurück. Nachdem ich am 01.09.1943 auf Kuba abspringen musste, hat es gut 3 Monate gedauert, bis mich unser Geheimdienst wieder nach Hause bringen konnte. Als ich mich dann endlich wieder unserer geliebten Luftflotte anschließen konnte, folgte erst mal wieder eine Zeit der Ausbildung. Ganze 5 Monate Flugschule weit ab vom Kriegsgeschehen im Westen.
Nachdem ich dann endlich wieder Richtung Front verlegt wurde, waren mir der größte Teil der eingesetzten Flugzeuge zwar durch meine Ausbildung bekannt, aber die Deutschen sind natürlich auch nicht stehengeblieben. Auch auf ihrer Seite gibt es Neuerungen, die man erst mal lernen muss. Also wieder mal Schulbank. Aber heute! Heute bin ich endlich wieder an der Front. Gut, ich befinde mich in Frankreich! Aber der Feind ist immer noch der gleiche!
Und endlich! Endlich bin ich wieder in meinem alten Geschwader!
Das Kribbeln ist wieder da! Was immer passieren wird, wir werden hier Geschichte schreiben! Seit gestern Nacht bin ich hier, nachdem ich noch unterstützend bei der 88.IAP geflogen bin.
Die Nacht war kurz, nachdem eine sichere Reise so dicht an der Front nur nachts möglich ist.
Und dann Luftschutzsirenen. Mitten in der Nacht! Schlafen diese faschistischen Deutschen eigentlich nie??? Aber oh! Es ist ja auch schon 7Uhr in der früh! Die Nacht wäre so oder so nicht mehr viel länger gegangen. Also los! Ab raus aus der Koje! Es ist schließlich Alarm!
Auf dem Weg zur Einsatzbesprechung ist mir aber noch aufgefallen, daß es hier in der Normandy doch um einiges wärmer ist als bei uns zu Hause! Das Wetter ist hier doch sehr gut! Kein Nebel weit und breit! Sehr gute Sicht! … Was die Deutschen wohl vorhaben???

 

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Nach kurzer Einsatzbesprechung dann die erste kleine Enttäuschung. Die Hornets sind letzte Nacht noch aktiv gewesen. Also werde ich weiter auf einen gemeinsamen Einsatz mit Berkut, Jones und Konsorten warten müssen. Aber immerhin! Die 88er sind ja auch keine unbekannte Truppe! Wir fliegen nagelneue P51D. Mal sehen ob die im wahren Einsatz wirklich so gut sind, wie wir es auch im Training gelernt haben. Wir sollen immerhin keine einfachen Papierflieger fangen, sondern Fw190F8 und Bf109G14 abfangen. Was auch immer die vorhaben, sie werden es schwer haben! Nun also werde ich das erste Mal eine echte F8 sehen. Nicht nur immer unscharfe Geheimdienstfotos. Und jetzt endlich geht es wieder los! "ALARM!!! Los in die Flieger und ab mit Euch!" Wie lange ich auf diesen Satz der Befehlshabenden gewartet habe… Auf dem Weg zur Maschine dann noch ein letzter blick auf das Casino. Wenn alles gut geht, werde ich heute meine alten Freunde dort wiedertreffen…

Also schnell starten und steigen. Uljanov ist heute der Rudelführer. Und Hoffentlich stimmt der Vektor der Flugkontrolle. Nicht, daß das wieder nur eine Finte ist.
Nein. Da sind sie! Nach so langer Zeit wieder Feindkontakt! 6 Focke-Wulf und 4 Bf109er im Angriff! Aber relativ zügig fällt einer nach dem anderen unserem Feuer zum Opfer! Eine Fw für Apres. Ich kenne ihn nicht, aber er fliegt nicht schlecht! Wahrscheinlich auch ein Ersatzflieger. Dann der erste Treffer für Uljanov! Eine 109. Beide Piloten können sich über ihren Fallschirm retten, aber da stören sie nicht weiter. Ich schaue noch einem der Maschinen zu, wie sie gen Boden trudelt, als mich ein Schlag links von mir zurück in die Realität reißt. Eine Tragfläche eines Ersatzfliegers segelt an mir vorbei. Ihn hat es mitten in der Luft keine 300 Meter entfernt von mir zerrissen. Der arme Kerl! Er war noch so jung. Aber ich muss weg! Kein Flugzeug explodiert einfach nur so! Irgendwo muss ein Feindjäger sein! Aber Uljanov hat aufgepasst. Keine 2 Minuten sind seit dem Abschuss von Credo vergangen als ich die Bestätigung von Uljanov im Funk höre, das auch dieser Pilot am Fallschirm hängt.

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Fw190-F8 im Visier einer P-51

 

Zügig werden nun die Gegner dezimiert. Auch ich lege mehrfach an, aber ich glaube nicht, daß ich Treffer sammeln konnte. Zumindest sind die Flieger nicht abgestürzt, obwohl zumindest einer nach meiner Salve ins Trudeln geraten ist. Tragischerweise mußte ich dem trudelnden Flieger ausweichen. Das ganze Manöver war wohl doch zu extrem! Um mich herum wurde es dunkel und wunderbar ruhig. Black Out. Erfreulicherweise aber nicht zu lange. Jedoch so lange, dass ich den Anschluss an mein Rudel verloren habe. Über Funk versucht Uljanov mich noch zum Ort des Geschehens zu führen, allerdings bin ich in der Zeit zum Zuhören über Funk verdammt. Adam und Smeargol vermelden Abschüsse! Beunruhigend finde ich nur die Tatsache das Uljanov zu viel hinter Adam herrief! Er hatte wohl einen Gegner auf der 6 oder so. Das letzte was ich von Adam gehört hab war: "Ich schaff das schon."! Das ist Motivation und Einsatz fürs Vaterland!
Immer noch habe ich keinen Kontakt zum Rudel. Also hole ich mir von Uljanov die Genehmigung den Rückweg zu sichern. Wir wollen ja schließlich nicht, dass auf dem Weg nach Hause noch irgendetwas passiert. Der Rest ist dann einfach nur noch Routine. Häppchenweise wie unsere Leute zurückkommen, teils aus Spritmangel, teils die Flügel in Händen haltend bis zum Flugplatz geleiten und zusehen, daß da nicht doch noch ein vorwitziger Deutscher zuschnappen will.

   

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Deckung zur Landung

 

Und dann, nach einer knappen dreiviertel Stunde selber runter. Nur Smeargol fehlt noch, aber auch er findet sich keine 10 Minuten später bei uns ein. Adam und Credo. Diese 2 Namen sind für heute nur einige wenige, die aus einem Einsatz nicht zurückkehren. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ich freue mich schon auf heute Abend. Jägerschnitzel für alle bei Golf Echo im Casino. Endlich die alte Gruppe wiedertreffen. Endlich bin ich wieder dabei. Ich bin stolz darauf. Für die Familie. Für die Freunde. Fürs Vaterland!
Endlich, … endlich!

   

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