Datum: 26.03.1943, VOW ID 3797
Einsatzort: Novorossiysk (Kuban)
Bericht: Genosse Berkut

Über dem Kuban kommt es zu Luftkämpfen bisher nicht gekannten Ausmaßes. Unser Geschwader wurde in die erste Reihe verlegt um die dauernden Verluste der Roten Luftflotte SüD zu mindern. Darauf hatten wir uns also in der letzten Zeit im 'Ljotschik-Sniper-Lehrgang' vorbereitet, jetzt dürfen wir zeigen, was wir gelernt haben.
Den ersten Einsatz in diesem Gebiet, ein Einweisungsflug für Kommandeure und deren Stellvertreter, flog ich allein, da Jones mit Gagarin auf Flugzeugerkennungslehrgang waren.
So starteten wir also in die Morgendämmerung eines Kalten und klaren Apriltages. Einsatzbefehl: Bewaffnete Auflärung des Gebietes um Krymskaya. Mit Auftauchen faschistischer Bomber mit Jagdschutz war zu rechnen. Heute führte 88.IAP "Balti" die Staffel an. Unsere gefürchteten P-39 durchschnitten die jungfräuliche Morgenluft nun schon seit 30min, und ich machte mir eifrig Notizen über das Kampfgebiet und dazu klickte meine nagelneue Pentagonkamera, die ich zuvor aus dem Wrack einer deutschen Fw-189 geborgen hatte.

 
 
 
 

Aufklärung der dreisten Art. Die Kamera aus
dieser Fw-189 gehört jetzt zum Berkut-Fundus!

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Plötzlich helle Aufregung im Funk! Die Genossen hatten einen Punkt am Horizont ausgemacht. Blitzschnell sah ich mich um....und da waren sie, wenigstens 5 Silhouetten, schnell näher kommend. Sofort riß ich meine brave P-39 in Richtug Feind. Wie frisch gelernt wollte ich den ersten Anflug von vorn fliegen und versuchen die Besatzung durch eine Salve zu töten. Langsam wuchs der Bomber in meinem Revi . . . doch was war das? Nur ein Motor? Also ein Jäger! Diese Verdammten Me-109 sehen unseren La´s ziemlich ähnlich... Verdammt, das ist eine BELL!! Finger vom Abzug, hart nach rechts abdrehen und tief durchatmen. Vielleicht sollte ich mir von Jones mal erzählen lassen, was die so auf dem Erkennungslehrgang neues gelernt haben!
Ich war also beim Fotografieren von der Stafel abgekommen und die hatten mich dann als Feind mißdeutet. Sowas kommt von sowas. Dabei ist es die erste Pflicht des Geführten, seine Position im Verband zu halten, bis der vom Leader aufgelöst wird. Ich hätte es wissen müssen.
Wieder kurze Schreie im Funk. Ju-88 im Anflug! Wo? Nach den Head-on-Manöver von eben war ich auf dem Weg in die Formation, doch die drehte wieder auf mich ein. Nein, nicht noch einmal. Doch dann sah ich sie. Mein unglückliches Ausweichmanöver hatte mich auf 4600m sinken lassen und ich hatte mich nur noch auf die anderen konzentriert. Auf einmal fand ich mich 300m unter den Ju´s in deren Mitte wieder. Besser ging es nicht. Meine Bell wütete wie ein Reiter der Apokalypse in den Reihen der Faschisten.

 
 

 
   

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Nach 2 Abschüssen innerhalb von Sekunden flog ich wie im Rausch. Da - der nächste malte seinen letzten schwarzen Strich in den Himmel. Die 37mm-Sense schitt auch heute fantastisch. Da - eine riesige Silhouette strich über mich hinweg - schräger Aufschwung, Visierpunkt 1cm unter den Steuerbordmotor, dabei leichte Meidbewegungen gegen die Bord-MG´s, jetzt 3 sec. stillhalten, zielen und dabei hoffen, daß der Gegner jetzt schlecht trifft. FEUER!!!
Die Explosion des rechten Motors blendete mich und die Hitze des Feuerballs drang bis in meine Kabine. Fasziniert schaute ich kurz den herabfallenden Trümmern nach...
Das nächste was ich realisierte, war, daß irgendwas mit meiner rechten Fläche nicht stimmte. Verdammt da war keine Fläche mehr! Und diese grauen Streifen und das Knallen hatten auch nichts mehr mit der explodierten Ju-88 zu tun, sondern machten mir klar, daß ein Einsatz erst zu Ende ist, wenn ich in GE´s Casino sitze und mit den Genossen Jägerschnitzel esse.

 
 
 
  Die A5 muß mich schon 'ne Weile verfolgt haben, jetzt nutzte sie ihre Chance und bestrafte mich für meine Unachtsamkeit. Raus hier! Warum kann man hier nicht einfach das Dach abwerfen und nachdrücken? Nöö, da mußt Du erst den Türnotabwurf ziehen und dann nach rechts über die Fläche raus. Okay, die Tragfläche störte jetzt nicht mehr.  
   

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Erst sehr spät zog ich den Schirm. Doch noch hoch genug um nicht noch einen Fehler zu machen. Es gibt da Geheimdienstberichte über einen deutschen Piloten namens Möllemann, aber das ist eine andere Geschichte.
Unten angekommen schlich ich mich zur nahen Strasse, auf der ich kurze Zeit später einen Sil stoppen konnte. Wie groß war Freude als ich am Steuer den Komsomolzen Nekola erkannte und auf der Ladefläche dann Jones, Gagarin und Olga samt zweier Flaschen Moskowskaja sah. Gagarin berichtete Olga gerade von seinem Luftkampf gegen 12 Messerschmitts und deren unrühmliche Abgänge. Olga war begeistert, hing an Gagarins Lippen, der dann noch seinen Jugendtraum zum besten gab: Einmal mit 'ner Rakete in den Kosmos. Jones und ich sahen uns an, was für'n Quatsch!!! Die jungen Genossen - 'tsts'.
Abends wertete ich dann meinen Flug aus und aß in GE´s Kantine Jägerschnitzel. Die Sonne versank feurig am Horizont und ich versank mit der Frage: Was läuft da zwischen Olga und Gaga? im Kopf in einen Tiefen Schlaf.
Gegen 03:45 riß mich das Geräusch explodierender 250kg Bomben aus dem Schlaf. Es war Krieg... und wir dabei! An die Flugzeuge!!!

Berkut

 
   

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