Datum: 27.11.1941, VOW ID 7994
Einsatzort: Smolensk
Bericht: Genosse Berkut

Am 18.Oktober kehrte ich von meiner Dienstreise aus den Vereinigten Staaten zurück. Dort wurde uns (einer Abordnung von Volksdeputierten und Militärs) neueste Flugzeugtechnik vorgeführt, die von den amerikanischen Proletariern des imperialistischen Flugzeugwerkes BELL gefertigt werden. Es handelte sich um die P-39 ^AIRACOBRA^, ein eigenartiges Fluggerät mit falschherum drehenden Motor und einem Rad direkt unter der Nase. Diese Amerikaner…. Noch dazu bauen sie den Motor in die Mitte des Flugzeuges ein, wahrscheinlich weil vorn wegen des Rades kein Platz mehr war.

 
 
 
 

Auf jeden Fall mußten wir schmunzeln, als uns der amer. Werksflieger, ein gewisser Mr. Yeager, uns das FZ vorführte. Ich hätte es ja abgelehnt, aber mein guter Freund und Genosse, Militärflieger ersten Ranges Ultn. Pokryschkin war recht begeistert von diesem kapitalistischen Unprodukt. Er sagte: “Egal wie unvollkommen und häßlich diese AmiFZ auch sein mögen, wir brauchen jeden Flügel, um die Faschisten aus unserem Heimatland zu fegen.” Nun ja, vielleicht gelingt ihm ja der eine oder andere Abschuß mit diesem komischen Vogel.
Wieder zurück in meiner geliebten Heimat, den frischen Duft der russischen Steppe in der Nase, rief ich meine Genossen zu einem umfassenden Bericht zusammen. Gerade hatten wir es uns um den Samovar auf unseren deutschen Munitionskisten bequem gemacht, da rief uns das Schrillen der Alarmkartusche (deutsche 8.8er) zu den Waffen.

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Mal wieder Begleitschutz für mittlere Bomber. Auf dem Weg zu meiner LAGG sah ich noch 2 dunkle Schatten aus dem Augenwinkel und dann saß ich schon in meiner Maschine, mit dem Rad am richtigen Ende des Rumpfes. Mein braver Mechaniker Artjom “Artie” Mikojan hatte schon den Motor gestartet und so rollte ich, begleitet von meinem tapferen Geführten Dr. Jones auf die SLB.
Den Einsatz führte heute der Genosse Wolle vom 88.IAP , ein ehemaliger Schlagersänger mit dem Front-Erfolgshit “Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle, Hölle, Hölle, Hölle?”. Gleich beim Start machte es sich bemerkbar, daß meiner Staffel für 14 Tage der Kommandeur genommen war. Der Genosse Cardinal kam beim Startlauf von der SLB ab und zerschellte am Tower.

 
 
 
  Er selbst konnte mit kleineren Blessuren aus seiner YAK klettern, jedoch das 32köpfige TWR-Personal sowie die gerade zugegene Putzfrau starben einen schrecklichen Tod. Nur der umgestürzte Eimer der polnischen Putze verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf die gesamte Vorstartlinie.
Trotz dieses Chaos' bekamen wir alle übrigen Maschinen in die klare russische Morgenluft. Wir stiegen auf 5000m in Richtung Westen und bald tauchten auch schon die grünen Silhouetten der Bomber auf. Die braven Besatzungen kamen von einem erfolgreichen Angriff gegen die Nachschubverbände des Feindes zurück, bei dem sie ein komplettes Gebirgsjägerbataillon der Schweizer Streitkräfte (rotes Kreuz auf weißem Grund!?) und 7 Feldküchen vernichteten.
 
   

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Wenige Minuten nach dem Rendezvous wurden aus kleinen schwarzen Punkten am Horizont schnell ein Dutzend Messerschmitts. Der Genosse Molnija ( zu dtsch. Blitz, Sohn des Häuptlinges der Aviaten Grosse Wolke) sah sie mit seinen Adleraugen als Erster. Sogleich verwickelten uns 8 dieser Faschisten in einen nervenaufreibenden Luftkampf, bei dem Molnija nach kurzem harten Kampf sich einer 3:1 Unterlegenheit nicht erwären konnte, angeschossen wurde und seine gute YAK mit dem Fallschirm verlassen mußte. Jones und ich jagten die restlichen deutschen Piloten, die versuchten die Geschwindigkeitsvorteile ihrer Me-109 auszunutzen. Ein besonders feiger Nazi drückte seine Me so sehr an, daß Jones, vom Jagdfieber gepackt, beim Nachstürzen zu schnell wurde und Teile seiner LAGG verlor. Auch er mußte die Seide benutzen. Ich gab schnell die Koordinaten der beiden Absturzstellen an die Leitstelle durch, riß meine LAGG herum und verpaßte der vor mir fliegenden Me eine gut gezielte Salve in die Tragflügelwurzel, die auch sofort wegbrach. Im Vorbeifliegen sah ich, wie sich die Kappe des deutschen Schirms entfaltete. Diese Unaufmerksamkeit nutzte ein anderer deutscher Pilot, um sich mir von hinten zu nähern. Doch er schoß schlecht und es gelang mir, mich mit einer gerissenen Rolle hinter ihn zu setzen. Die erste Salve traff seinen Motor und der qualmte. Leuchtspurmunition über meiner rechten Schulter zwang mich von ihm abzulassen, doch er mußte notlanden und sein FZ brannte völlig aus. Nach diesem Kampf fand ich mich in 350m wieder und mußte ohnmächtig im Funk mit anhören, wie unsere tapferen Bomberbesatzungen feige gemeuchelt wurden. Die restlichen 4 Faschisten hatten sich vom Luftkampf absetzen können und ohne ihre Kameraden zu schützen, die wir wie die Hasen jagten, unsere Bomber angegriffen. Welch ein Gemetzel! Die Rauchfahnen der angeschossenen Bomber begleiteten uns zu unserer Basis zurück. Auf dem Rückweg griffen uns dann nochmal starke deutsche Jägerkräfte an, doch wir konnten uns dem Kampf entziehen und sicher landen.

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Mein treuer Mechaniker Artie öffnete die Kanzel und brach sofort mit der Schreckensnachricht hervor. Eine finnische Spezialeinheit hatte in der Nacht zuvor unsere Basis infiltriert und versucht, unsere Kampfmaschinen zu manipulieren. Das waren also die Schatten, die ich vor dem Abflug sah. Leider wurden die Saboteure erst nach dem Start unserer Kampfgruppe entdeckt und sofort inhaftiert. Zusammen mit Wolle müssen die jetzt singen und wollen sich wohl “LENINGRAD COWBOYS” nennen. Was für eine Bestrafung!
Nach langen Verhören am Abend gaben die vier zu, an 2 FZ des Geschwaders hantiert zu haben. Bei der einen schnitten sie die Bremsschläuche durch und bei der 2. lösten sie die Splinte des TF-Wurzel-Bolzen. Sofort fielen mir meine Genossen Jones und Cardinal ein. So also kam es zu den Unfällen. Wieviele Bomberbesatzungen hätten wir mit den beiden noch retten können? Nur der Umstand, daß die beiden überlebten und schon wieder mit uns auf den Mun-Kisten hockten, rettete die Finnen vor der Liquidation. Sie wurden sofort in Wolles Tonstudio gebracht und erdulden dort geduldig ihr Schicksal.
Nach dem allabendlichen Jägerschnitzelessen in GE´s Casino fiel ich in einen tiefen Schlaf, bis mich…
Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

 
 
 
 
GE an der Feuerstelle

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