Datum: 20.10.1941, VOW ID 565
Einsatzort: Moskau
Bericht: Genosse Molnija

Es war ein recht schöner Morgen, als wir zur Einsatzbesprechung befohlen wurden. Unser Auftrag lautete einige PE-2, mit MiG 3ud, zum Ziel zu geleiten. Klang erst mal nach einer schweren Aufgabe, da als Flughöhe lediglich 3000m angegeben waren und unseren MiGs doch die größeren Höhen über 5000 liegen. Nach ein paar kleinen Protesten wurde die Flughöhe dann auf 4500 korrigiert, womit unsere MiGs wohl auch recht zufrieden waren.

Am Start verlief alles planmäßig und wir konnten uns getrost auf die Suche nach den Bombern machen. Nach ein paar Minuten konnten wir sie dann endlich weit über uns erspähen. Also hieß es so schnell wie möglich Höhe gewinnen und nach Feinden Ausschau halten. Die ließen auch nicht lang auf sich warten. Allerdings machten sie einen folgenschweren Fehler. Sie kreisten in ca.5500m Höhe und erkannten uns nicht gleich. Somit konnten sie ihren Höhenvorteil nicht ausnutzen und durften mit uns in einer Höhe kurbeln, welche unseren MiGs deutlich besser bekam, als ihren 109ern. Bereits bei meinem ersten Anflug erblickte ich einen Kameraden, der von 2 Messerschmitts verfolgt wurde. Ich riet ihm nach rechts wegzubrechen und als er dies machte, legte sich die hintere der 109er so sauber in mein Visier, dass ich nur noch draufhalten musste.

 
 

Schon wenige Treffer reichten, um diesem Segelflugzeug mit Motor die Fläche vom Rumpf zu trennen. Da sieht man, wo die totale Leichtbauweise hinführt. Die Führungsmaschine war etwas hartnäckiger und kurvte recht gut mit. So bekam ich einfach keine gute Schussposition.

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Gerade als ich mich bereit machte, flogen mir selbst einige Kugeln um die Ohren und mein erster Tank leckte. Ich war gezwungen meinen Angriff abzubrechen und kümmerte mich von da an um meinen Verfolger. Bei meinen Ausweichmanövern merkte ich nicht, wie ich unter 3000m geriet und versuchte deswegen weiter mit Rollen und Kurven meinen Gegner loszuwerden. Als es mir dann endlich auffiel zerschoss mir "Fritz" auch schon den zweiten Tank. Die Nadel an der Anzeige ging nun in einem rasanten Tempo gen Null. Ich entschied mich alles auf eine Karte zu setzen und machte einen Sturzflug in Richtung Heimat. Bei diesem Manöver kam ich schnell auf eine Geschwindigkeit von mehr als 630 km/h. Nun war Gefühl an der Steuerung gefordert, damit die Ruder nicht wegrissen. Ich hoffte mit einer Kurve meinem Verfolger zu einer zu harten Lenkbewegung zu bewegen, doch der wusste um die Gefährlichkeit und ließ sich zu keiner Unachtsamkeit hinreißen. Also wieder Heimatkurs eingeschlagen und weiter die wilde Hatz, doch mit einem Male stotterte der Motor und fiel dann aus. Ein Blick auf die Tankuhr verriet schnell das Problem... Sprit alle. So blieb mir nichts anderes über, als die Maschine auszutarieren und mich auf den Absprung vorzubereiten. Ich ließ die Geschwindigkeit noch auf unter 350 km/h fallen bevor ich die Kanzel öffnete. Mein Verfolger schien mein Vorhaben irgendwie geahnt zu haben und ließ von mir ab. Kurze Zeit später hing ich am Schirm und betrachtete die Landschaft und den fernen Kampf aus einer recht ruhigen Position heraus. Meine Maschine zerschellte auf einem Feld und ich landete mitten in einem Fluss. Glücklicherweise war das Wasser recht angenehm, so lief ich keine Gefahr mich zu erkälten.

Am Abend wieder am Flugfeld angekommen, scherzten meine Kameraden unablässig: "Ah... da kommt ja der verdiente Fallschirmjäger des Volkes." Oder aber auch mit solch tollen Angeboten, wie: " Wir werden Sie wohl zu den Fallschirmjägern versetzen lassen müssen." Aber wie sagt man so schön... Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

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